Hallo zusammen,
ich bin gerade in einer interessanten Situation: Bei uns im Unternehmen (ca. 85 MA) haben wir die bKV vor etwa eineinhalb Jahren mit Budgettarifen eingeführt – hauptsächlich als Retention-Instrument. Die Quote der Mitarbeiterbindung ist tatsächlich gestiegen, aber ich frage mich, ob das wirklich an der bKV liegt oder eher an der generellen Wirtschaftslage.
Mich würde interessieren: Habt ihr konkrete Indikatoren beobachtet, die zeigen, dass die bKV als Kündigungspräventiv wirkt? Ich meine nicht nur Umfragen, sondern echte Signale im Mitarbeitergespräch – z.B. Äußerungen zur Tarifwertschätzung oder Leistungsnutzung, die korrelieren mit höherer Bindung?
Außerdem: In welchen Berufsgruppen oder Abteilungen habt ihr die stärkste Bindungswirkung gesehen? Bei uns scheint es im Tech-Bereich und bei den älteren Mitarbeitern besser zu funktionieren als bei jüngeren Vollzeitkräften.
Freue mich auf praktische Erfahrungen – keine Theorie, sondern was ihr wirklich beobachtet habt.
Gute Frage, Michael R. Bei uns sind vor allem drei Signale deutlich geworden: Erstens fragen Mitarbeiter gezielt nach Leistungen – wenn jemand sein Budget nutzt, z.B. für Zahnersatz oder Sehhilfen, hat das große Sichtbarkeit. Da merkt man richtig, dass es ankommt. Zweitens: In Kündigungsgesprächen wird die bKV tatsächlich oft erwähnt als Grund zu bleiben. Drittens: Wenn Mitarbeiter bei Verhandlungen mit anderen Firmen konkurrieren, ist die bKV ein Unterscheidungsmerkmal.
Bei uns war es ähnlich wie bei dir – Tech und ältere Jahrgänge profitieren mehr. Bei jüngeren war es anfangs weniger relevant, aber seitdem wir auch präventive Leistungen wie Check-ups stärker pushen, hat sich das verschoben. Das Geheimnis war, die bKV aktiv zu kommunizieren, nicht einfach nur anzubieten.
Mein Tipp: Schau dir deine Kündigungen von vor und nach der Einführung genauer an. Besonders die Gründe. Das würde dir mehr zeigen als Umfragen.