Hallo zusammen,
wir stehen gerade vor einer größeren Entscheidung und ich hätte gerne echte Zahlen von anderen Personalleiter/innen. Bei uns im Unternehmen mit etwa 120 Mitarbeitern denken wir über eine bKV mit Budgettarif nach – nicht um alle Leistungen abzudecken, sondern als echtes Zusatzangebot zur GKV.
Meine Fragen:
- Mit welchem Budget pro Mitarbeiter und Monat fahrt ihr aktuell? Ich lese überall unterschiedliche Spannbreiten und weiß nicht, was für unsere Größe realistisch ist.
- Wie kalkuliert ihr die Kosten ein? Zahlt ihr als Arbeitgeber pauschal oder nach Leistung? Und wie kommuniziert ihr das transparent an die Belegschaft?
- Welche Versicherer bietet ihr an – tendiert ihr zu einem oder mehreren Anbietern?
Uns geht es v.a. darum, dass das Angebot nicht zur Belastung wird und auch budgetmäßig für uns passe. Erfahrungen zu Kostenfallen oder Besonderheiten beim Jahresabschluss würden mir auch weiterhelfen.
Danke für eure Tipps!
Stefan
Hallo Stefan,
schöne Frage – ich kann da aus meiner Erfahrung durchaus was beitragen. Bei uns in der IT mit ähnlicher Größe fahren wir aktuell mit durchschnittlich 35–45 Euro pro Mitarbeiter im Monat als Arbeitgeber-Zuschuss. Das deckt bei unserem Versicherer Zahnersatz, Sehhilfen und ein paar Vorsorgeuntersuchungen ab – nicht alles, aber genug für echte Mitarbeiterbindung.
Zur Kommunikation: Wir haben sehr transparent gemacht, dass das kein Lohnbestandteil ist, sondern eine Zusatzleistung. Das reduziert Erwartungsdruck erheblich. Und ja, Jahresabschluss braucht klare Prozesse – am besten mit eurem Versicherer eine standardisierte Abrechnung vereinbaren.
Was mir geholfen hat: Mehrere Tarife parallel anschauen, nicht zu früh auf einen festlegen. Bei 120 Köpfen habt ihr auch schon etwas Verhandlungsmasse. Meine bisherigen Gedanken zu Kostenverteilung waren da hilfreich.
Viel Erfolg beim Aufbau!
Thomas
Stefan, das ist ne gute Frage. Mit meiner langjährigen Erfahrung in der Personalabteilung kann ich dir sagen: Bei 120 Mitarbeitern sollte man realistisch mit 30–50 Euro pro Person rechnen, je nachdem was man abdecken möchte. Der Knackpunkt ist weniger die absolute Summe, sondern wie ihr das Budget-Jahr strukturiert und ob ihr Mitarbeiter wirklich informiert habt, was drin ist und was nicht.
Was ich aus der Praxis beobachtet habe: Unternehmen, die Budgettarife einführen, kommunizieren oft zu wenig. Das führt zu Frust bei den Mitarbeitern, wenn dann plötzlich die Zahnzusatz aufgebraucht ist. Setzt euch also vorher schon Gedanken zur Kommunikationsstrategie hin.
Helmut