Hallo zusammen,
wir sind gerade dabei, eine bKV mit Budgettarif einzuführen und ich bin mir bei einigen steuerlichen Aspekten unsicher. Konkret geht es mir um folgende Fragen:
1. Wie wird das Budgetguthaben für den Arbeitgeber bilanziert? Gelten die nicht ausgeschöpften Budgets als Betriebsvermögen oder werden sie wie Rückstellungen behandelt?
2. Kann der Arbeitgeber die Beitragszahlungen vollständig als Betriebsausgaben abziehen, oder gibt es da Grenzen bei bestimmten Leistungen?
3. Wir wollen das Ganze sauber aufsetzen – gibt es einen Standard-Meldeweg beim Finanzamt oder sollten wir das vorher mit unserem Steuerberater klären?
Ich habe die Kostenseite verstanden, aber die steuerliche Struktur ist mir noch nicht ganz klar. Hat jemand von euch ähnliche Herausforderungen bei der Einführung gehabt und kann Best Practices teilen?
Markus
Markus, sehr gute Frage – das ist genau der Punkt, wo viele Personalleiter stolpern. Aus meiner langjährigen Praxis heraus kann ich dir sagen: Die Beitragszahlungen zur bKV sind grundsätzlich vollständig als Betriebsausgaben abzugsfähig, das ist relativ eindeutig. Bei ungenutzten Budgets ist es differenzierter – das hängt davon ab, wie euer Versicherungsvertrag strukturiert ist. Manche Versicherer schreiben ungenutztes Budget automatisch vor, andere erlauben Gutschriften ins nächste Jahr.
Wichtig: Das sollte vertraglich klar definiert sein, damit es auch steuerlich sauber läuft. Mein Tipp – und da stimme ich dir vollkommen zu – ist, das VOR der Einführung mit eurem Steuerberater und ggf. mit dem Versicherer zu klären. So erspart ihr euch später Ärger mit der Buchhaltung und habt eine klare Dokumentation. Ich habe das in meinen Jahren immer so gemacht und es hat sich bewährt.
Welche Versicherer schaut ihr euch denn an?
Guter Punkt, Markus. Wir haben das bei unserer letzten Tarifverhandlung auch hinterfragt – siehe auch mein früherer Thread zu Nachverhandlung im August.
Bei uns war das Finanzamt am Ende pragmatisch: Solange die Beitragszahlungen dokumentiert sind und das Budget nicht künstlich aufgebaut wird um Gewinne zu sparen, ist das ok. Unser Steuerberater hat aber auch erwähnt, dass bei sehr hohen ungenutzten Budgets die Frage nach Rückstellungen entstehen kann.
Mein Rat: Macht eine klare Regelung zur Gutschriftpolitik und dokumentiert das. Dann läuft's smooth.