Hallo zusammen,
ich sitze gerade in der klassischen August-Situation: Es ist Sommer, viele sind im Urlaub, und ich merke, dass die Budgets noch nicht so genutzt werden, wie wir das kalkuliert haben. Bei uns sind etwa 35-40% der Zahnersatz- und Sehhilfen-Budgets noch übrig, und wir haben nur noch vier Monate bis Jahresende.
Meine Frage: Wie kommuniziert ihr das intern, ohne dass es sich anfühlt wie Druck? Ich will nicht, dass Mitarbeiter unnötige Behandlungen machen, nur weil das Budget sonst verfällt. Gleichzeitig weiß ich, dass Restbudgets am Jahresende kostet, und das wirkt sich dann auf die Beitragskalkulation für nächstes Jahr aus.
Wir haben bisher nur eine generische Mail geschickt. Aber ich vermute, das reicht nicht. Habt ihr erfolgreiche Methoden, um das Thema im August/September noch sichtbar zu machen – vielleicht über Teamleiter, individuelle Schreiben oder interne Kampagnen? Und wie geht ihr selbst damit um, wenn der Jahresabschluss zeigt, dass mehr Budgetmittel geflossen sind als geplant?
Freue mich auf eure Erfahrungen aus dem echten Unternehmensalltag.
Klaus, das ist ein knackiges Problem, und ich sehe das ähnlich wie du. Unser Ansatz seit zwei Jahren: Wir versenden im Juli gezielt individuelle Ausgabenberichte an alle Mitarbeiter – nicht als Aufforderung, sondern als Information. "Ihre noch verfügbaren Leistungen bis 31. Dezember" mit konkreten Zahlen zu Zahnersatz, Sehhilfen, Vorsorge.
Das Wichtigste: Wir erlauben Terminvereinbarungen auch im August für Behandlungen, die dann im September/Oktober stattfinden. Das nimmt den Druck raus. Die Leute haben Zeit, realistische Zahnarztermine zu finden, und wir sehen trotzdem in der Abrechnung, dass das Budget bewusst genutzt wird.
Bei der nächsten Tarifkalkulation bauen wir diese Verbrauchsmuster jetzt explizit ein – nicht als Kostenreserve, sondern als Trend. Das hat geholfen, die Überraschungen zu reduzieren.
Wie handhabt ihr das steuerlich? Bei uns rechnet der Steuerberater das als genuine Leistungsausschöpfung, keine "Manipulation".
Ich denke, du machst es dir zu kompliziert, Klaus. Früher bei meinem letzten Arbeitgeber haben wir einfach Teamleiter-Workshops im Juli gemacht – 30 Minuten, jeder Bereich für sich. Die TL bekommen die Zahlen und können dann in ihren Teams ansprechen. Das ist natürlicher als anonyme Mails.
Und zur Wahrheit gehört auch: Wenn Mitarbeiter ihre budgetierten Leistungen nutzen, ist das nicht "Druck", sondern Sinn der Sache. Nur sollte es freiwillig bleiben. Unser Trick war, Zahnarzt-Partnerschaften zu nutzen, die auch flexible Termine im September/Oktober anbieten. Das hat die Quote deutlich erhöht.
Die Restbudgets am Ende? Das sollte man akzeptieren. Über mehrere Jahre amortisiert sich das. Wenn du es Jahr für Jahr zu eng kalkulierst, hasten die Leute nur noch durchs System.