Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nachdem ich mich jahrzehntelang mit Unternehmensstrukturierung befasst habe, interessiert mich nun konkret: Wie werden die steuerlichen Vorteile einer bKV in der Praxis wirklich ausgeschöpft?
Ich sehe da mehrere Hebel:
1. Die Arbeitgeberbeiträge als Betriebsausgaben
2. Potenzielle Entgeltumwandlung bei den Mitarbeitern
3. Optimale Tarifstrukturierung bezüglich Pauschal- vs. Sachleistungen
Vor allem interessiert mich: Bei welchen Budgethöhen rechnet sich die bKV aus rein fiscalischer Sicht wirklich? Gibt es da Grenzen, wo es teurer wird als klassische Zuschläge zur GKV?
Und eine konkrete Frage: Wenn ein Unternehmen mit wechselnden Personalkosten arbeitet – lässt sich da eine bKV überhaupt sauber abbilden, oder entsteht da administrativer Overhead, der den Steuervorteil aufzehrt?
Würde mich über Erfahrungen aus der Praxis freuen.
Klaus, gute Frage. In meinem Team (etwa 12 Leute) haben wir da folgende Erfahrung gemacht: Die bKV rechnet sich tatsächlich erst ab einer gewissen Mitarbeiterzahl wirtschaftlich sauber. Bei uns konkret ab etwa 10-12 Personen. Der administrative Overhead ist anfangs unterschätzt – wir brauchten erst 2-3 Abrechnung-Zyklen, bis das reibungslos lief.
Zum Steuerteil: Unsere Buchhaltung hat gesagt, dass die Betriebsausgabenfähigkeit eindeutig ist, aber bei Entgeltumwandlung mussten wir aufpassen wegen Sozialversicherung. Das war nicht trivial. Welche Mitarbeiterzahl habt ihr denn in eurer Überlegung konkret?
Klaus, das ist genau das Thema, das uns auch umtreibt. Für unseren Mittelständler (ca. 45 MA) haben wir tatsächlich gemerkt: Unter 500 EUR monatliches Budget pro Person wird die bKV zunehmend unkompliziert steuerlich, aber der Nutzen für die Mitarbeiter sinkt ab. Über 800 EUR hatten wir dann wieder mehr Kommunikationsbedarf.
Die Entgeltumwandlung ist aus meiner Sicht nur sinnvoll bei höheren Budgets. Bei uns läuft das klassisch über Arbeitgeberzuschuss – ist sauberer und weniger Rückfragen vom Finanzamt.
Zum Punkt wechselnde Personalkosten: Ja, das ist lästig, aber modern – die Versicherer rechnen mittlerweile monatlich ab. Das war vor 3-4 Jahren noch anders. Lohnt sich also durchaus auch für Unternehmen mit Fluktuation. Schau dir mal den Thread zu den Beitragssätzen an – da haben mehrere Kolleg:innen auch Kalkulationsmodelle gepostet.