Hallo zusammen,
wir planen gerade für unser Unternehmen die Einführung einer betrieblichen Krankenversicherung mit Budgettarif. Bisher haben wir gar nichts in der Richtung und ich soll das Projekt voranbringen. Die erste Frage, die mir gestellt wird: Welcher Tarif passt zu uns und wie kalkulieren wir das ganze wirtschaftlich sinnvoll?
Wir haben etwa 35 Mitarbeiter, durchschnittlich 35-45 Jahre alt, gemischte Struktur aus Büro und Handwerk. Mein Chef möchte natürlich wissen, ob das für die Firma rentabel ist – also ob die Steuerersparnis die Kosten rechtfertigt. Außerdem frage ich mich: Wie hoch sollte das Budget pro Person sein? Und wie transparent sind die verschiedenen Versicherer wirklich bei ihren Leistungen?
Habt ihr schon ähnliche Projekte begleitet? Was sind die häufigsten Anfängerfehler? Und welche Erfahrungen habt ihr mit der Akzeptanz bei den Mitarbeitern gemacht – nehmen die das an oder ist die Quote eher niedrig?
Gerne auch konkrete Tarifempfehlungen oder Vorsichtsmaßnahmen. Danke schonmal!
Markus, das ist eine gute Ausgangsfrage. In meinen 15 Jahren habe ich oft gesehen, dass gerade bei 30-50 Mitarbeitern die bKV richtig angenommen wird, weil der persönliche Bezug noch stimmt.
Wichtig: Budgetgröße sollte zwischen 800-1200€ pro Jahr liegen, je nach Risikoprofil eurer Gruppe. Das ist der "Sweet Spot" für Handwerk gemischt mit Büro. Unter 800€ nehmen Mitarbeiter es als zu niedrig wahr, über 1200€ wird's schnell zu teuer für euch.
Zum Thema Transparenz: Ja, da gibt es große Unterschiede. Meine Faustregel ist, dass ihr mindestens drei Angebote einholt, und wenn ein Versicherer eure Fragen nicht konkret mit Prozentsätzen beantwortet (z.B. wie viel % der Zahnarztkosten gedeckt werden), dann ist das schon ein Warnsignal. Wie ich auch hier geschrieben habe, lohnt sich der Aufwand, transparent zu vergleichen.
Hauptfehler: Zu niedriges Budget setzen, um Kosten zu sparen. Das führt zu Frust, und dann nutzen Mitarbeiter es gar nicht.
Guter Punkt, Klaus hat recht mit den Budgetgrenzen. Bei uns im Unternehmen haben wir damals bei 950€ pro Person pro Jahr gestartet – das war für eine ähnliche Firmengröße wie bei dir genau richtig.
Was ich noch ergänzen möchte: Macht auf jeden Fall einen Kick-off mit euren Mitarbeitern, bevor ihr den Tarif einführt. Erklär ihnen konkret, was sie damit anfangen können. Im ersten Jahr solltet ihr kalkulieren, dass vielleicht 60-70% der Belegschaft das Budget aktiv nutzen. Das ist normal, steigt dann aber im zweiten und dritten Jahr auf 85-90%.
Und zur Steuereffizienz: Die Arbeitgeber-Beiträge sind für euch Betriebsausgaben, für Mitarbeiter sind es Sachbezüge bis 50€ monatlich steuerfrei. Das ist ein großer Vorteil gegenüber direktem Gehalt. Dein CFO wird da mitspielne, wenn ihr das richtig aufzeigt.