Hallo zusammen,
wir haben unsere bKV mit Budgettarifen jetzt seit Anfang März am Laufen – 45 Mitarbeiter, durchschnittlich 600€ Budget pro Person im Jahr. Die ersten Reaktionen waren positiv, aber jetzt im August frage ich mich: Wie messt ihr eigentlich, ob das Ganze sich für uns als Arbeitgeber wirtschaftlich rechnet?
Ich vergleiche derzeit Kosten (was wir zahlen) mit den üblichen "Binding"-Argumenten (Mitarbeiterbindung, besseres Employer Image), aber das ist ja ziemlich schwammig. Hat jemand von euch konkrete KPIs, mit denen ihr den Erfolg einer bKV messt? Fluktuation? Krankenstand? Mitarbeiterzufriedenheit?
Zusätzlich interessiert mich: Bei welchen Leistungen seht ihr die höchste Inanspruchnahme, und welche seid ihr im Nachhinein lieber losgeworden? Ich will für das nächste Geschäftsjahr optimieren, bevor wir die Verträge anpassen.
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Martin, bei uns sind es 15 MA und wir stehen erst am Anfang, aber ähnliche Fragen stelle ich mir auch. Was ich festgestellt habe: Die ersten 3 Monate waren Euphorie, jetzt im Sommer merkt man erst, wie Mitarbeiter das Budget wirklich nutzen. Ich tracking derzeit einfach die Rechnungen und schaue mir an, was prozentual am meisten rausgegangen ist. Macht das auch Sinn für euch?
Martin, nach 15 Jahren in der Branche kann ich dir sagen: Der ROI einer bKV lässt sich schwer in Excel ausrechnen. Was definitiv messbar ist – und bei vielen Kunden auch wirklich eintritt – sind weniger Kündigungen in der ersten Jahreshälfte nach Einführung und höhere Mitarbeiterzufriedenheit in Umfragen.
Die klassische Rechnung geht so: Wenn ihr durch die bKV eine teure Neubesetzung spart (ca. 15–20k€ in eurem Segment), habt ihr das Budget schnell wieder drin. Zu deiner Frage mit den Leistungen: Zahnersatz ist King, danach Brillen/Kontaktlinsen, dann Fitness/Wellness. Wenig genutzt bleiben oft Naturheilkunde und Osteopathie – die könnt ihr eher reduzieren.
Mein Rat: Tragt nach dem ersten Jahr die tatsächliche Fluktuation gegen die Vorjahre an. Das ist euer echtes Signal.
Hi Martin,
sehr gute Frage. Ich beschäftige mich ja auch mit den praktischen Seiten der bKV, und ehrlich: Die meisten Arbeitgeber, mit denen ich spreche, messen tatsächlich nur die Hard Facts wie Fluktuation und Krankheitstage. Aber noch wichtiger ist oft, dass Mitarbeiter die Leistung *wahrnehmen* – also regelmäßig kommunizieren, was das Budget bringt.
Bei uns im Team sehen wir die höchste Quote bei Zahnersatz und Sehhilfen, weil das konkret spürbar ist. Weniger genutzt werden oft Vorsorgeuntersuchungen, weil das zu abstrakt wirkt. Mein Tipp: Schaut euch mal die Nutzungsquoten pro Leistung an – das gibt euch schnell Anhaltspunkte, wo nachjustieren lohnt.
Grüße