Hallo zusammen,
ich bin seit gut zwei Jahren Personalleiter bei uns und habe die bKV vor einem Jahr eingeführt. Jetzt stehe ich vor einer interessanten Frage: Viele sagen, die bKV bindet Mitarbeiter – aber wie sieht das eigentlich langfristig aus? Wir haben derzeit einen Budgettarif mit 150 Euro pro Mitarbeiter und Monat, und die Quote sieht bislang ganz gut aus.
Aber was passiert beispielsweise, wenn ein langjähriger Mitarbeiter krank wird und sein Budget komplett aufbraucht? Oder wenn jemand nach drei Jahren denkt: "Ach, 150 Euro nutze ich ja eh nicht voll aus"? Ich frage mich, ob die Bindungswirkung nicht irgendwann verpufft, wenn die Leute das Benefit als selbstverständlich sehen.
Wie handhabt ihr das in euren Unternehmen? Macht es Sinn, die Budgets schrittweise zu erhöhen? Wie kommuniziert ihr die bKV, damit sie wirklich als Wertschätzung ankommt und nicht einfach zum Standardelement wird? Gerne konkrete Erfahrungen – auch, wenn etwas nicht geklappt hat.
Stefan, da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich dir sagen: Die Bindungswirkung bleibt nicht automatisch erhalten, sondern muss aktiv gepflegt werden. Was ich empfehle: Erstens, macht die bKV nicht zu einem stillen Benefit – kommuniziert den Wert regelmäßig, insbesondere zum Jahreswechsel oder bei Einführung neuer Leistungen. Zweitens, eine gestaffelte Erhöhung funktioniert wirklich gut. Bei uns in der früheren Firma (lass mich auf meinen Post zur praktischen Umsetzung verweisen) haben wir nach drei Jahren schon um 15–20 % erhöht – und das hat spürbar etwas bewirkt. Die Leute sehen: "Der Arbeitgeber investiert mehr in meine Gesundheit." Das ist echte Wertschätzung, nicht nur auf dem Papier.
Guter Gedanke, Stefan. Ich würde ergänzen: Nicht nur erhöhen, sondern auch differenzieren. Manche Unternehmen bieten höhere Budgets für Führungskräfte oder nach Betriebszugehörigkeit an – das schafft Anreize, zu bleiben. Und ja, wenn jemand sein Budget nicht nutzt, ist das normal – aber dann solltest du im Gespräch fragen, *warum*. Vielleicht kennt der Mitarbeiter die Leistungen gar nicht richtig oder hat Hemmschwellen. Dann ist Transparenz wichtiger als höhere Budgets.