Hallo zusammen,
ich beschäftige mich jetzt seit einigen Jahren intensiv mit der Frage, wie Unternehmen durch moderne Gesundheitsleistungen ihre Mitarbeiter stärker binden können. Was mich aber immer wieder beschäftigt: Wir reden viel darüber, dass eine gute bKV die Bindung verbessert – aber wie messen wir das eigentlich konkret?
In meinen 40 Jahren in der Personalarbeit habe ich gelernt, dass Intuition allein nicht reicht. Ich habe Fälle gesehen, wo Unternehmen eine bKV mit großem Aufwand eingeführt haben, und die Fluktuationsquote ist trotzdem nicht gesunken. Andererseits gibt es Betriebe, wo die Quote deutlich fiel – aber war es wirklich die bKV oder einfach besseres Betriebsklima insgesamt?
Welche KPIs nutzt ihr, um zu beurteilen, ob eure bKV tatsächlich bindungswirksam ist? Schaut ihr auf die Kündigungsquoten nach Einführung? Auf Mitarbeiterbefragungen? Oder habt ihr ganz andere Indikatoren entwickelt? Mich interessieren konkrete Praxisbeispiele, nicht theoretische Konzepte.
Helmut F., sehr gute Frage und Sie sprechen da einen wunden Punkt an. In meinen Jahren habe ich das ähnlich erlebt – eine bKV alleine ist kein Wundermittel.
Was ich konkret gemacht habe: Wir haben die Kündigungen nach Abteilung und Dauer der Betriebszugehörigkeit differenziert erfasst. Das war wichtig, weil gerade langjährige Mitarbeiter sensibler auf solche Benefits reagieren. Parallel haben wir einfache Befragungen gemacht – nicht aufwändig, sondern beim Austritt direkt gefragt: "War die bKV ein Grund zu bleiben?"
Ehrlich gesagt war die Quote nur um etwa 3-4 Prozent gesunken. Das ist nicht viel, aber immerhin. Die richtige Erkenntnis kam erst, als wir merkten: Die bKV hielt nicht die Menschen, die gehen wollten – aber sie machte zufrieden, die ohnehin bleiben. Das ist dann eher ein Motivation- als ein Bindungsinstrument.
Mein Fazit: Messung ist möglich, aber realistisch denken. bKV schafft Zufriedenheit, nicht Loyalität.