Hi zusammen,
wir sind gerade dabei, unsere bKV-Struktur für die zweite Jahreshälfte zu überprüfen. Uns stellen sich dabei ein paar praktische Fragen:
1. Mehrere Versicherer haben uns im Juli Nachkalkulationen geschickt – offenbar sind die Abrechnungen noch nicht endgültig. Wie handhabet ihr solche Korrektionen? Führt ihr Nachverhandlungen durch, oder nehmt ihr die Zahlen einfach hin?
2. Wir überlegen, ob es Sinn macht, die Budgets für einzelne Leistungsbereiche jetzt anzupassen – z.B. wenn ein Bereich massiv untergecnutzt ist und wir das in den Zahnersatz verschieben könnten. Gibt es da steuerliche Fallstricke, die wir beachten müssen?
3. Ein paar Kollegen fragen nach, warum wir nicht die volle Prämienersparnis an die Mitarbeiter weitergeben. Wie kommuniziert ihr das intern? Wo setzt ihr Limits?
Gerne auch konkrete Beispiele aus eurer Praxis. Wir haben ca. 80 Mitarbeiter und nutzen einen reinen Budgettarif bei einem der größeren Anbieter.
Danke für eure Tipps!
Nachverhandlungen im August? Würde ich eher sparen. Die meisten Versicherer haben da feste Kalkulationen, und der Aufwand lohnt sich meist nicht. Bei uns geht es mehr darum, die bestehenden Budgets intelligent zu nutzen bis Ende des Jahres.
Was ich euch empfehle: Schaut euch jetzt an, welche Leistungen richtig abgerufen werden und wo es Luft nach oben gibt. Im nächsten Vertragsjahr könnt ihr dann gegensteuern. Das ist effektiver als kurzfristig herumzuschieben. Haben wir auch in einem anderen Austausch diskutiert.
Gute Frage, Marcus. Zur Nachkalkulation: Wir akzeptieren die korrigierten Abrechnungen normalerweise, verhandeln aber bei signifikanten Abweichungen (über 3-5%) direkt mit dem Versicherer. Oft gibt es da noch Spielraum.
Zum Verschieben von Budgets zwischen Leistungsbereichen: Das ist im laufenden Jahr meist nicht ohne weiteres möglich – kommt aber auf eure Vertragsgestaltung an. Wir haben das seinerzeit steuerlich optimiert, indem wir die Struktur bereits im Angebot flexibel gestaltet haben.
Zur Mitarbeiterkommunikation: Wir geben Ersparnisse grundsätzlich weiter, aber mit einem Puffer von ca. 8-10% für schwankende Jahresergebnisse. Das müsst ihr transparent darstellen – sonst entstehen Glaubwürdigkeitsprobleme.