Hallo zusammen,
ich steige gerade wieder in die Arbeitswelt ein und beschäftige mich intensiv mit dem Thema bKV. Dabei stellt sich mir eine grundsätzliche Frage: Viele Arbeitgeber argumentieren, dass eine gute Krankenversicherung Mitarbeiter bindet und damit die Kosten für Neurekrutierung spart. Aber ist das wirklich so?
Ich versuche gerade zu verstehen, ob eine bKV mit Budgettarif finanziell sinnvoll ist – nicht nur für die Mitarbeiterzufriedenheit, sondern auch aus reiner Kostenrechnung. Was kostet es tatsächlich, einen Mitarbeiter zu ersetzen, und ab welchem Punkt rechnet sich eine bKV wirklich? Spielt die Branche eine Rolle? Und wie messe ich überhaupt, ob die Bindungswirkung eintritt oder nur ein schönes Versprechen bleibt?
Ich freue mich auf eure praktischen Erfahrungen – gerade von denen, die das konkret durchgerechnet haben.
Gute Frage, Werner. Das ist tatsächlich der Kern, warum viele bKV-Programme scheitern – weil die Rechnung nicht aufgeht oder nicht klar gemessen wird.
Aus meiner Erfahrung: Recruitmentkosten liegen zwischen 15–30% des Jahresgehalts, wenn man Anzeigen, Agenturen und Ausfallzeiten mitrechnet. Eine bKV mit soliden Budgetleistungen kostet den Arbeitgeber meist 50–150 Euro pro Mitarbeiter und Monat. Das rechnet sich bereits bei einer Reduktion der Fluktuation um 2–3 Positionen im Jahr in einem 50er-Unternehmen.
ABER: Das funktioniert nur, wenn die Kommunikation stimmt. Die beste bKV bringt nichts, wenn Mitarbeiter gar nicht wissen, was sie kostet oder welchen Wert sie hat. Ich empfehle, die Bindungswirkung von Anfang an zu messen – über Kündigungsquoten, Mitarbeiterbefragungen zum Thema Zusatzleistungen und sogar über Bewerbungsgespräche, in denen kandidaten von der bKV erfahren.
Das war auch das Thema meines letzten Beitrags zu Budgetsparen im 2. Halbjahr – ohne Strategie verpufft der Effekt wirklich schnell.